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Was mich bewegt ...

      Dr. Peter Gloor
      Leiter Chrischona-Gemeinden Schweiz

 

 

 

 

 

Liebe Freunde

Das Volk Israel steht in Kadesh Barnea[1]. Das gelobte Land liegt vor ihren Augen. Sie stehen da, staunend, halten den Atem an und freuen sich auf das, was kommt!

Vor vierzig Tagen sind zwölf Kundschafter ausgezogen, das Land zu erkunden. Situationsanalyse würde man heute sagen. Vielleicht haben sie aucheine Sinusstudie[2]gemacht. Auf alle Fälle kommen sie nun zurück und bestätigen, was Gott verheissen hat: „Es ist wirklich ein Land, in dem Milch und Honig fliessen; das hier sind seine Früchte.“ Wow! So grosse Trauben und so süsse Feigen haben die Israeliten noch nie gesehen und geschmeckt! Grosse Party! Alles was wir uns erträumt haben in Griffweite. Wie es im Psalm steht: „Wir werden sein wie dieTräumenden …“ Und dann nimmt das Unheil seinen Lauf.

„ABER“ – man sieht den Warner förmlich vor sich! Kritischer Blick, erhobener Zeigefinger, gerunzelte Stirn. Umringt von neun weiteren Kundschaftern, die weise mit den Köpfen nicken und murmeln: „Hört auf ihn! Seid vorsichtig! Nur kein Risiko! Wir können - ja wir werden - scheitern! Tolles Land, fruchtbar, wunderschön, aber viel zu grosses Risiko! Wir werden alle sterben oder bestenfalls wieder in der Sklaverei landen. War ja ein netter Ausflug mit Mose in die Wüste, aber da rein in dieses Land? Nur ein Wahnsinniger würde sich da rein wagen…“

Und es steht 10:3 auf dem Spielfeld des Lebens für die Risikovermeider. Die Mose-Halleluja-Players haben keine Chance. Caleb versucht einen Befreiungsstoss: „Hey Leute, kommt, das schaffen wir! Ja, die Typen da drüben sind stark. Aber wir haben Gott auf unserer Seite und ER hat uns dieses Land verheissen! Wir können das Land in Besitz nehmen.“ Gute Absicht! Aber die Kritiker, Warner und Fingerhochheber sind in der Überzahl. Das Unternehmen Aufbruch ins gelobte Land bleibt im Morast der Angst, Menschenfurcht, Unentschlossenheit und des problemorientierten Denkens stecken…

Das Resultat kennen wir – Wüstenwanderung! Die Generation der Zweifler und Zauderer bleibt in der Wüste liegen. Erst ihre Nachkommen können zusammen mit Caleb und Josua ins gelobte Land einmarschieren.

Warum erzähle ich euch das?

Wenn wir gemeinsam etwas riskieren wollen, dann werden wir das selbe erleben. Aber – wenn wir die Grösse Gottes sehen, wenn wir erleben, was er alles schon vorbereitet hat, dann wollen wir uns nicht daran hindern lassen, das Land einzunehmen, das Gott uns verheissen hat. Huldrych Zwingli sagte einmal: „Tut um Gottes Willen etwas Tapferes!“ Es braucht Mut, das zu tun, was dran ist. Man muss das Risiko eingehen! Es wird nie ohne Kampf abgehen.

 

 

Auch die Generation, die beim zweiten Anlauf ins gelobte Land zog, musste kämpfen. Deshalb sagte Gott mehrmals zu Josua vor dem Einzug: Sei mutig und stark! Pack‘s an! Du schaffst es! Ich bin da! Komm mit an meiner Seite!

Lasst uns gemeinsam mit Jesus etwas riskieren! Seid ihr dabei?

Peter Gloor

 

PS:  Vor meinem geistigen Auge sehe ich eine Schar von Chrischonesen, die das lesen und ich höre
  ein kräftiges, lautes: „Amen!“



[1]     Nachzulesen in 4. Mose 13-14

[2]     Sinusmillieus/Lebenswelten mehr dazu in: Lebenswelten – Modelle kirchlicher Zukunft,Orientierungshilfe, TVZ 2012